Stammtisch Magdeburg 26.01.12

Am 26. Januar 2012 gab es eine äußerst interessante Stammtischrunde in Magdeburg. Projektleiterin „Umbau Knoten Magdeburg“, Frau Hartmann vom Projektbau gab den zahlreich Anwesenden zum Stammtisch im City-Carre einen detaillierten Überblick über die bisher erfolgten Umbauarbeiten zum Bahnknoten Magdeburg seit dem Jahr 2000. Die prägnante Einleitung war erforderlich, um die weiteren Vorgehensweisen, die zum „Knoten Magdeburg“ bis zum Jahr 2018 geplant und vorbereitet sind, bzw. werden, richtig einzuordnen.

Das Projektziel: In der Bauzeit von 2000 bis 2018 beinhaltet die Ertüchtigung des Knotens aus allen fünf Streckenrichtungen. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 500 Mio €, von denen seit dem Jahr 2000 245 Mio € verbraucht wurden. Fertiggestellt sind alle elektronischen Stellwerke einschließlich der Zentrale im Knoten.

Für uns anwesende Ingenieure waren die Informationen über die Baumaßnahmen auf einer Fläche, die einst von preußischen Festungsbauwerken dominiert wurde, äußerst interessant. Hier wurden immer wieder Reste von Untertunnelungen, alten Entwässerungen und Teilen von ehemaligen Eisenbahntoren der Festung geortet, die berücksichtigt oder beseitigt werden mussten.  Durch die Zerstörung Magdeburgs im zweiten Weltkrieg waren auch wesentliche Teile archivierter Planunterlagen zur Festung verloren.

Der Spurplanumbau geriet so ins Schleppen, aber auch, weil die Stadt Magdeburg zwischenzeitlich Bedingungen stellte. So wurden Folgeabschnitte vorgezogen und zwischenzeitliche Endzustände akzeptiert. Resultat: derzeit zwei Jahre Verzug.

Das  zu bewältigende, aber jetzt noch ausstehende Herzstück zum Umbau des Knotens Magdeburg liegt im Mittelteil unmittelbar im Hauptbahnhof mit den Brücken über die Ernst-Reuter-Allee.

Die Brückenbauwerke aus dem Jahr 1897 müssen erneuert werden. Diese Maßnahmen sind jedoch eng verknüpft mit dem darunter vorgesehenen Tunnelbau zur Aufnahme des Kfz-Verkehrs Ost-West-Richtung durch die Stadt.

Zu der Tunnelbaumaßnahme steht es derzeit aber 50 : 50 beim Für und Wider.

Die gesamte Bauplanung mit Feststellungsverfahren ist somit noch nicht unter Dach und Fach. Die finanziellen Mittel von Land und Stadt spielen eine große Rolle.

Für uns Eisenbahningenieure aus Stadt und Region hinterlässt der 2018 so fertiggestellte Umbau des Kotens Magdeburg einen sehr hässlichen Beigeschmack. 

Vom Magdeburger Hauptbahnhof werden in den Verkehrsanlagen nur die Bahnsteigkanten angefasst. Das jetzige hässliche Bild des Bahnhofs einer Landeshauptstadt bleibt uns und vor allem den Reisenden erhalten.

h.-g. dräger