Besichtigung des neuen Laufwasserkraftwerkes an der Staustufe Mainz-Kostheim

Kurzbericht

Das 19,5 Millionen Euro teure Laufwasserkraftwerk bei Kostheim und Hochheim wurde im Herbst 2009 in Betrieb genommen. 18,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom im Jahr liefert das Werk durchschnittlich. Diese Strommenge reicht für rund 5000 Haushalte.

Das Kraftwerk erbauten die Landshuter Wasserkraftwerke nach neuester Technik und es soll vollkommen ohne Personal vor Ort auskommen. Zurzeit wird es von der Mainova überwacht. Es wurde direkt neben der letzten Mainschleuse 10 m tief angelegt. Die Fallhöhe beträgt 2,3 m. Zwei vollkommen getrennte installierte Kaplanturbinen mit Generatoren und Kühlsystemen schaffen je eine Leistung von ca. 2 Megawatt.

Bei der Besichtigung wurde uns zunächst der Einlaufbereich gezeigt, wobei wir sehen konnten, dass sich infolge der starken Strömung vor den Rechen Inseln von Treibgut bildeten. Dieses muss täglich abgeschöpft und über ein Laufband zu Müllcontainern transportiert werden und als Sondermüll entsorgt werden. Im vergangenen Winter sind dabei wegen des strengen Frostes große Probleme entstanden.

 

Die Anlage muss zurzeit noch täglich überwacht und oft von Hand bedient werden. Um das Kraftwerk wurde ein breiter Bach als Fischtreppe angelegt. Ein weiterer Kanal für Aale befindet sich zwischen den Turbinen. Im Turbinenhaus konnten die 2 Turbinenrohre (2.3 m Durchmesser), die Generatoren, die Kühlaggregate und die Gleitlager besichtigt werden. Die Wirkungsweise der in Strömungsrichtung angebrachten Kaplanturbinen wurde an Hand von Wandplänen erläutert. Am Schluss wurde mit der Hebeanlage das Abrechen des Treibgutes vorgeführt. Es wurden dabei auch die noch bestehenden Umweltprobleme erwähnt.

Nach der Besichtigung spazierten wir am Main entlang zum Weingut Prodöhl. Dort diskutierten wir bei gutem Wein das Gesehene und knüpften neue Kontakte.

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