Bezirks-Ingenieurtag 2011

Kurzbericht

 

Der diesjährige VDEI-­Bezirks-In­ge­nieurtag fand am 31.03.2011 in Ko­operation mit der DB Netz AG, Regionalbereich Nord und der Schweiß­technischen Lehr- und Ver­suchsanstalt (SLV) Nord im Elbcampus im Kompetenzzentrum der Handwerkskammer Hamburg statt.

 

Angemeldet hatten sich rund 70 In­teressenten, davon überwiegend aktive Mitglieder aus Unternehmen und Ingenieurbüros, die alle Bran­chen innerhalb des Bahnwesens relativ gleichmäßig repräsentier­ten. Begleitet wurde die Veranstal­tung durch eine Ausstellung im Foyer vor dem Großen Sitzungs­saal, an der sich 11 nationale und internationale Unternehmen bzw. Ingenieurbüros bzw. Institutionen beteiligten. Begrüßen konnten wir 86 Interessen und alle Aussteller.

 

Neben den Grußworten der Veran­stalter mit Vorstellung von Elbcam­pus und SLV Nord sowie Großpro­jekten der DB-Netz AG im nord­deutschen Raum und nicht zuletzt unseres Verbandes gab es 9 Fach­vorträge unterbrochen von drei Diskussionsveranstaltungen.

 

Dipl.-Ing Frank Limprecht von der DB Netz AG sprach über die The­men Infrastruktur, Konzepte sowie Pro­jekte innerhalb des Geschäfts­bereiches DB-Netze. Im Bestand der Produktions­durch­führung Ham­burg befinden sich 1700 km Gleis mit 2950 Weichen von insge­samt bundesweit rund 64000 km bzw. 67000. Von 34 regionalen Einheiten liegt Ham­burg in der Größe an 6. Stelle. Herr Limprecht sprach auch über Aussichten für die Zukunft, sowie Lärmschutz und Finanzierung.

 

Dipl.-Ing. Nicolas Peters, Bau­herrn-Vertreter bei der DB Netz AG ging zunächst auf den Anlaß des Neubaus der Pfeilerbahn ein, welche zwischen den Norderelb­brücken und dem Ham­burger Hauptbahnhof verläuft. Ur­sprüngliches Ziel war der Be­standserhalt der 1903-1907 ge­bauten Strecke. Im Rahmen der Erschließung der Hafencity wur­de eine Verlegung der Trasse er­forderlich, bei der drei Alternati­ven geprüft wurden. Weitere The­men waren die Fi­nanzierung und Planungsphasen.

 

Frau Dipl.-Ing Bettina Brunz­low-Schmieder von DBProjektbau be­richtete über die bautechnische Durchführung des Abrisses und Neubaus der Pfeilerbahn zwi­schen September 2007 und Juni 2009. Für diese wurde eine Spundwand als Fangedamm an­stelle einer Brückenkonstruktion er­richtet. Die Vorführung eines Vi­deos lieferte einen zusätzlichen Einblick in die Bautätigkeit.

 

Als „Vertreter der Autobahn vor den Experten der Eisenbahn“ be­richtete Dipl.-Ing. Bernd Rothe von der Projektmanagementge­sellschaft DEGES über die Ko­operation zwischen Schiene und Straße durch Schnittstellen zur Eisenbahn. Die DEGES ist an drei Großprojekten im Hamburger Raum beteiligt. Hierbei handelt es sich vorrangig um den 8streifigen Ausbau und teilwei­se Überdecke­lung der A7, welche im Bereich Stellingen zahlreiche Bahngleise überquert. Die ande­ren beiden Großprojekte sind der Neubau der Wilhelmsburger Reichsstraße mit Bündelung von Straßen- und Bahnverkehr und der Hafenquer­spange.

 

Dipl.-Ing. SFI Sven Noack unter­mauerte in einem weiteren Vor­trag die These, daß im Elbcam­pus das Handwerk die Ingenieu­re trifft.

 

Dr.-Ing. Peter Niemann vom EBA machte eine Bestandsaufnahme des Ingenieurs im Bereich „kon­struktiven Ingenieurbaus“. Es ging hierbei um Zeit, Kosten und Qualität von Bauprojekten, denn „ein Bauwerk kann nur gelingen, wenn sich alles zusammenfügt“.

 

Dipl.-Ing Albrecht Weber referier­te über Brandschutz in unterirdi­schen Stationen. Er erläuterte anhand der physikalischen und chemischen Vorgänge bei Brän­den die Auswirkungen von Feh­lern beim Brandschutz. Die Dy­namik von Bränden wurde auch anhand von zwei Videos ein­drucksvoll aufgezeigt. Ausge­rechnet während seines Vortra­ges er­schallten Si­renen von Feu­erwehr-Einsatzfahrzeugen, die we­gen eines Brandes in einer Elb­tunnelröhre ausrücken muß­ten, der glücklicherweise ohne Perso­nenschaden ausging.

 

Dipl.-Ing. Carsten Trog von Funk­werk IT erläuterte an Beispielen erfolgreich in Betrieb gegangener Rangierstellwerke vom Typ Ali­ster - Cargo den Einsatz von SPS in der Stellwerkstechnik. Durch den Einsatz von Standard-Komponenten in der Industrieau­tomatisation konnten deutliche Kosteneinsparungen realisiert werden. Darüber hinaus konnte durch den Einsatz einer innovati­ven integrierten Entwicklungsum­gebung die schlüsselfertige Aus­lieferung der Stellwerke erheblich be­schleunigt werden.

 

Die Veranstaltung wurde mit ei­ner rund zweistündigen Führung durch die Labore des SLV Nord beendet.