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VERBAND DEUTSCHER EISENBAHN-INGENIEURE E.V.
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VDEI-bezirk

Hamburg

Der VDEI-Bezirk Hamburg ist Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft Schleswig-Hol­stein / Hamburg (zbi-LArGe SH/HH) vom Zentralverband der Ingenieurvereine (ZBI e.V.). Dieser Dachverband bündelt die Interessen und Belange seiner Mitgliedsverbände und nimmt Aufgaben im Be­reich der Aus-/Weiterbildung, Wirtschaft, öffentlicher Dienst und Gesellschaft wahr. Auf Landesebene gibt es ca. vier Mal im Jahr Arbeitstreffen mit den dortigen befreundeten Landesverbänden und im Regelfall einmal pro Jahr eine Exkursion, für die ein Mitglieds­verband die Federführung übernimmt.

Die diesjährige Exkursion „Mit fast 300.000 Kilometern pro Sekunde im Ring und dann der Big Bang“ zum Deutschen Elektronen Synchroton (DESY) in Hamburg Bahrenfeld wurde vom Verband IfKom – Ingenieure für Kommunikation e.V. – organisiert. Nachdem die letzte Veranstaltung in diesem Rahmen vom VDEI-Bezirk Hamburg ausging und sich auch mit den Batteriespeichern beschäftigte, welche Züge zum elektrischen Fahren ohne Oberleitung bringen, ging es hier um Grundlagenforschung, die wiederum die Struktur von Materialien erforschen, u.a. mit dem Ziel die Lebensdauer von Batterien durch Vervielfältigung möglicher Ladezyklen zu erhöhen, was auch gut für die Akku-Züge ist. Ebenso können Materialien entdeckt werden, die bei noch höherer Temperatur ihre Supraleitfähigkeit bewahren, was sich auch hilfreich beim Betrieb von Magnetbahnen erweisen könnte, wie bei dem in Dresden/Karlsruhe vorgeführten SupraTrans oder dem zwischen Tokio und Osaka geplanten JR Maglev (Chuo Shinkansen).

Möglich macht dies der Rundkurs in der Positronen-Elektronen-Tandem-Ring-Anlage (PETRA), aktuell in der dritten Generation seit 1978, auf dem Weg zum „Big Bang“, der die sogenannte Synchrotonstrahlung entstehen läßt. Dies ist eine energiereiche, kurzwellige Röntgenstrahlung, mit deren Hilfe sich beim Durchleuchten dieser Materialien physikalische chemische Vorgänge mit einer beachtlichen Detailliertheit beobachten lassen. Und die angestrebte vierte Generation von PETRA, soll in ein paar Jahren die Detailgenauigkeit um einige Zehnerpotenzen vergrößern.

Da die bei den Versuchen benötigte Röntgenstrahlung eine beachtliche Gefährdung von Leib und Leben darstellt, dürfen Menschen das Innere der Versuchsanlage nicht betreten, weshalb für die Besuchergruppe auch keine Innenbesichtigung möglich war. Wenn Wartungspersonal die Anlage für deren Instandhaltung betreten muß, darf die Anlage nicht versehentlich in Betrieb gehen, d.h. deren versehentliche Energiezufuhr muß „verschlossen“ sein. Um dies zu gewährleisten, hat man sich aus der Bahntechnik das Prinzip der Schlüsselsperre abgeschaut.

Auch außerhalb des Bahnbetriebs gibt es Schlüsselsperren (Quelle: Dittmer)

Außerdem erinnert der Antrieb der Elektronen an die Langstator-Technik der in Shanghai verkehrenden Magnetschnellbahn Transrapid, wenn gleich auf Basis elektrischer statt magnetischer Felder. Weil dies gleichzeitig im Hochvakuum erfolgt, d.h. mit Luftdrücken, wie sie auf der Mondoberfläche vorherrschen, können wir hier durchaus von den „Hyperloops in der Nanowelt“ sprechen.

Wenngleich deren Vorbeifahrten von der Besuchergruppe nicht besichtigt werden konnte, so war es doch möglich, eine der vier Experimentierhallen und das Innere der 2007 außer Betrieb genommene Hadronen-Elektronen-Ring-Anlage (HERA) zu besichtigen. Hier gab es weitere Wiedererkennungswerte aus der Bahntechnik. Der Ring mit einem Umfang von 6,3 Kilometern wurde unterirdisch mit einer Tunnelbohrmaschine für U-Bahn-Strecken gebaut. D.h. die Hamburger Hochbahn könnte die Anlage für eine Ringbahn mit vier Bahnhöfen verwerten, wenn sich nur genügend Fahrgäste finden würden. Immerhin fuhr dort auch die sogenante HERA-TRAM zu Transportzwecken.

HERA TRAM

Eine TRAM und ein U-Bahntunnelquerschnitt für etwas andere Zwecke (Quelle: Dittmer)

Insgesamt war die Veranstaltung ein gelungener Blick über den Tellerrand. Aus diesem Grunde wird der geplante Austritt des VDEI-Bundesverbandes aus dem ZBI im Bezirk Hamburg mit Bedauern wahrgenommen. Die Zusammenarbeit auf Bezirks-/Landesebene war bisher stets hervorragend gewesen.