Willkommen im VDEI - Bezirk Südbayern
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Aktuelles aus unserem Bezirk
Das Bratwurstherzl: 350 Jahre altes Gewölbe, Bewirtungsbetrieb seit 1633. Dort haben wir Senioren im Bezirk Südbayern den Jahresanfang 2026 zusammen gefeiert. Bei Weißwürsten aus der Traditionsmetzgerei Wallner mit Münchens bester Brezn von Karnoll und einem Schluck Münchner Hellem entstehen gute Laune und angeregte Unterhaltung wie von selbst. Mit einer Schweigeminute erinnern wir zunächst an die im abgelaufenen Jahr für immer heimge¬gangenen Vereinsmitglieder. Dann gibt es ja so viel Neues auszutauschen. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Unser Vereinskamerad Max Policzka stellt uns das für 2026 Geplante zum ältesten Bahnstromkraftwerk in Deutschland, dem sog. Kammerl, das. Er hat einst mit Gleichgesinnten diese Anlage vor dem Verfall gerettet. Das Kraftwerk steht heute unter Denkmalschutz und genießt Bestandsschutz, da immer noch Strom erzeugt wird. Es gibt noch immer viel zu berichten. Über Weihnachtsfeiern in den Familien, Silvesterparties oder Schneesport in den Bergen. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Gut gelaunt treten wir den Heimweg an und freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen im VDEI.
Quelle Artikel und Fotos: Hanno Röscheisen
Am 06. November 2025 führte der Bezirk Südbayern eine Befahrung zum derzeit in Bau befindlichen Brenner Basistunnel durch. Ziel waren das Informationszentrum der BBT Tunnelwelten in Steinach am Brenner und verschiedene Stationen der Baustelle. 16 Teilnehmer trafen sich morgens am Hauptbahnhof München und fuhren mit dem RailJet nach Innsbruck. Von dort ging es mit der S-Bahn Tirol weiter nach Steinach. Das Info Zentrum wurde nach 20 Minuten Fußmarsch vom Bahnhof aus erreicht.
Im Infozentrum gab es eine Einführung in dieses Projekt. Der Brenner Basistunnel ist zentraler Bestandteil der Eisenbahnmagistrale zwischen Südskandinavien und Süditalien. Die Länge des Tunnels beträgt zwischen Innsbruck/A und Franzensfeste/I ca. 55 km. Für das Gesamtbauwerk werden Tunnel und Schächte mit einer Gesamtlänge von mehr als 230 km erstellt. Dazu gehören die beiden Fahrröhren, ein Erkundungsstollen über die gesamte Tunnellänge, 3 Nothaltestellen im Tunnel, ein Spurwechsel im Tunnel, Zulaufstrecken an Nord- und Südportal, diverse Zufahrtsstollen zu den Angriffspunkten des Vortriebs und Querschläge zwischen den Fahrröhren alle 333 m. Die max. Überdeckung beträgt 1720 m. Die Tunnelsohle liegt in Innsbruck bei 609 m ü. A., am Scheitel bei 794 m ü. A. und in Franzensfeste bei 747 m ü. A. Im Brenner Basistunnel wird normal links gefahren. Eine kreuzungsfreie Überwerfung im Tunnel bei Innsbruck führt auf die im Rechtsbetrieb betriebene Strecke des Unterinntals.
In der Spurwechselkaverne: Schalwagen (links) vor Brillenwand mit linkem Haupt- und rechtem Spurwechseltunnel
Nach der Inbetriebnahme wird der heute bereits durchgeschlagene Erkundungsstollen als Servicetunnel für die technische Ausrüstung und zur Entwässerung genutzt. Dieser Stollen liegt mittig unterhalb der beiden Fahrröhren. Jeder dritte Querschlag ist über einen abgeteuften Schacht mit diesem Service- und Entwässerungsstollen verbunden. Alle technischen Anlagen (Schaltschränke u.v.m.) sind dadurch ohne Betreten der Fahrröhren zu erreichen. Die wiederkehrende Spülung der Tunnelentwässerung wird ebenfalls von hier aus erfolgen.
Spurwechselkaverne mit Innenschale Schacht vom Erkundungsstollen zum Querschlag
Mit zwei Kleinbussen ging es nach dem Infozentrum in den Tunnel hinein. Es konnte eine Röhre des Spurwechsels von der Weströhre in die Oströhre begangen werden. Hier war bereits die Tunnelinnenschale betoniert. Außerdem konnte ein Querschlag mit Schachtbauwerk sowohl vom Niveau der beiden Fahrröhren als auch vom Niveau des Service- und Entwässerungsstollens heraus besichtigt werden. Die anschließende Fahrt durch ein unterirdisches Gewirr von Tunneln führte auf die Deponie Padastertal. Dorthin werden ca. 7,7 Mio m3 Ausbruchmaterial verbracht.
Auf eine gemeinsame Einkehr musste aus Zeitgründen verzichtet werden. Aber jeder hatte sich vorab mit Proviant versorgt. Während der Heimreise mit dem Zug gab es ausreichend Gelegenheiten für einen persönlichen und fachlichen Austausch unter den Teilnehmenden.
Weitere Bilder:
Spurwechseltunnel mit Innenschale Schalwagen in der Spurwechselaufweitung
Quelle Text und Fotos: Dr. Thomas Eppler
Voller Neugier erkunden unsere VDEI-Senioren die Ausstellung „On View“ in der Pinakothek der Moderne in München. Gezeigt werden Meilensteine der künstlerischen Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts. Malkunst und Fotokunst in direkter Nachbarschaft an der Wand – dies führt zu überraschenden visuellen Begegnungen. Frau Sylvia Clasen führt uns gekonnt durch diese Schau. Der Kulturredakteur einer Münchner Zeitung schwärmt von spannungsvoller Korrespondenz beim Anblick des riesigen Wandfotos vom Niederrhein mit wegretuschierter Industrielandschaft direkt neben einem kleinen Stilleben eines Schrebergartens mit erntereifem Gemüse. Dann begegnen wir drei Schwarzweiß-Fotos aus dem Berlin der 30-er Jahre: ein Kofferträger, ein Müllarbeiter, ein Altpapierträger, drei Männer in Bewegung. Ihre schwere körperliche Arbeit erfährt durch diese Bilder hohe Wertschätzung. Dann ein fotografischer Versuch, Zeit zu erfassen. Vier Schwestern lassen sich einmal im Jahr fotografieren, immer in Schwarzweiß, immer in der glei-chen Aufstellung, von 1975 bis 2022. Zum weltweit ersten Mal sind diese 48 Fotografien insgesamt zu sehen.
Viktoria Binschtok: Gelbes Taxi/ Gelbes Band, 2020 Friedrich Seidenstücker: Berlin, undatiert
Aber die beiden Kuratorinnen haben sich klug an ihr Thema gehalten und genau das gemacht, was auch die Fotografie macht: Fokussieren, inszenieren, Parallelen aufzeigen, und so den Betrachter vom flüchtigen Blick zum echten Hinschauen und weiter zum eigenen Denken lenken.
VDEI-Senioren beim Rundgang Ludwig Dressler: pinch_I, 2024
Alle 250 ausgestellten Werke zu betrachten würde überfordern. Doch die Auswahl der Führerin macht diese Begegnung mit der Fotokunst aus zwei Jahrhunderten zum Erlebnis. Zum Abschluss schmecken uns die Kuchen nach traditioneller Konditorkunst im Museumscafé besonders gut.
Quelle Artikel und Fotos: Hanno Röscheisen
In der Nacht vom 4. zum 5. März 1750 brennt die Residenz. Auch das Kurfürstliche Theater wird ein Opfer der Flammen. Bereits am 9. Juli legt Kurfürst Maximilian III. Joseph den Grundstein für ein neues zeitgenössisches „Opera Hauß“. Die Bauleitung wird François de Cuvilliés dem Jünge-ren und seinem Schüler Karl Albert von Lespilliez übertragen. Aus mehr als 1000 Bäumen er-schaffen die Bildhauer Johann Baptist Straub, Anton Pichler und Joachim Dietrich eine Innenausstattung in den Farben Rot und Gold. Eine Theatermaschine von Giovanni Gaspari hebt oder senkt den gesamten Parkettboden im Parterre. Cuvilliés legt besonderen Wert auf Feuersicherheit. Dicke Außenmauern, ein Löschwasserpumpwerk im Gebäude und ein fest angestellter Hausfeuerwehrmann sollen die Brandgefahr aus den 1334 Wachskerzen bannen. Die Zeitgenossen feiern das Theater nach seiner Fertigstellung als „Juwel des Rokokos“ und als „wahrhaft europäisches Kunstwerk“.

Blick in den Innenraum Blick zur Kurfürstenloge
Die Hofgesellschaft zelebriert italienische Opern und rauschende Feste. Die unterschiedliche Ausgestaltung der Ränge spiegelt die absolutistische Herrschaft wider: die Kurfürstenloge im künstlerischen Mittelpunkt, daneben Logen für den Hochadel, im zweiten und dritten Rang niederer Adel und Hofbeamte, im Parterre der Stadtadel. Anfang des 19. Jhdts. wandelt sich der Zeitgeschmack hin zum Klassizismus. Das Theater wird als Relikt einer vergangenen Zeit empfunden. Man fordert den Abriss der Spielstätte. Zeichnungen und Pläne Cuvilliés werden vernichtet. Doch das Theater überlebt. König Maximilian II. lässt das Haus renovieren und wieder mit klassischen Opern bespielen. Sein Sohn Ludwig II erweitert das Theaterprogramm mit eigens organisierten Vorstellungen.
Am 18. März 1944 regnen Spreng- und Brandbomben auf das Theater herab. Rechtzeitig zur 800-Jahr-Feier Münchens am 14. Juni 1958 wird das Theater mit ausgelagerten Teilen der Innenaus-stattung wieder aufgebaut. Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaros“ eröffnet die neue Spielzeit. In der „Pfälzer Weinstube“ der Residenz lassen wir uns im Anschluss auf ein „Viertele“ nieder.
Ausgraben, Dokumentieren, Restaurieren, Geschichte erforschen, Exponate ausstellen – all dies leistet die Archäologische Staatssammlung. Acht Jahre lang wurde das Gebäude generalsaniert. Wir VDEI-Senioren besuchen die erste Sonderausstellung in den neugestalteten Räumen.
Frau Simon-Schuster führt zunächst durch die Dauerausstellung zur Bayrischen und Münchner Frühgeschichte. Die Kulturen lösen sich im Laufe der Jahrhunderte ab, die Themen der Künstler blieben: Menschen, Tiere, Pflanzen, Werkzeuge, Ernährung, Fortpflanzung, Glaube, Religion, Handel, Luxus, Tod und Bestattung. Darunter sind Jagdwaffen aus der Steinzeit, Hausrat der Kelten, Kriegswaffen römischer Legionäre, Goldmünzen verschiedener Epochen, Fußbodenmosaik einer römischen Villa aus Westerhofen und ein Brunnenschacht aus dem frühmittelalterlichen München.
Dann steigen wir hinab in die Steinzeithöhlen der Schwäbischen Alb - Kunstgalerien der Eiszeit. Zu dieser Zeit wanderten unsere Vorfahren aus dem Nahen Osten hier ein. Wir begegnen Bildern und Skulpturen von Mammut, Vögeln, gefährlichen Höhlenlöwen, Bären, kurvenreichen Damen, Tänzerinnen, Fabelwesen zwischen Löwen und Menschen, Schmuckstücken und Blockflöten. Die Kunsthandwerker zwischen 19.000 und 45.000 Jahren vor unserer Zeit haben Mammutelfenbein, Speckstein, Bernstein, Gagat, Calcit, Bergkristall und Ton bearbeitet. Die Originalfunde hat ein heutiger Holzschnitzer kopiert und vergrößert, um sie für uns Besucher „begreifbar“ zu machen.

Im Restaurant „Leib & Seele“ lassen wir die Begegnung mit Kunst, die aus der Kälte kam, und viele bleibende Erinnerungen ausklingen und erfrischen uns bei Spaten-Bier und leckeren Gerichten.
Quelle Artikel und Fotos: Hanno Röscheisen

