
Nachdem die Exkursion zu dem genannten Projekt im Jahr 2025 wegen der geringen Teilnehmerzahl abgesagt werden musste, wurde dies für das Jahr 2026 gemeinsam mit der UEEIV erneut europaweit ausgeschrieben
28 Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa haben sich hier angemeldet. Die Teilnehmer kamen aus England, Bulgarien, Österreich, Schweiz, Italien und Deutschland. Einige Teilnehmer konnten dann aus persönlichen Gründen nicht teilnehmen, hier fehlten die Kollegen aus Irland, Polen und Algerien.
Organisatorische Probleme wie Hotel, Transfer zur Baustelle und die Raumreservierung am Vorabend konnten dann gut gelöst werden.
Treffen am Vorabend konnten sich alle Teilnehmer näher kennenlernen und den ersten fachlichen Themen austauschen.
Nach dem Eintreffen im Baubüro am östlichen Stadtrand von Verona, wurden wir vom Leiter der Baufirma Herrn Sgnor Fiorito begrüßt und erhielten eine Sicherheitseinweisung für den Tag.
Danach wurden und das Projekt umfänglich erläutert.
2007 wurde der viergleisige Ausbau zwischen Mailand und Treviglio sowie zwischen Padua und Mestre zum Abschluss gebracht. Zwischen 2012 und 2016 erfolgte der Bau von zwei Gleisen einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Treviglio und Brescia, die hier nicht parallel zur Bestandtrasse verläuft, sondern südlich in Bündelung mit der A35. Im Abschnitt der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Brescia und Verona, erfolgt der Baustart 2020 die nur auf einer Länge von 8 km parallel zu Bestandtrasse geführt wird und ansonsten wiederum etwas südlich versetzt entlang der A4 verläuft. Im Anschluss begannen im Jahr 2021 die Arbeiten wischen Verona und Vicenza.
Der Abschluss des komplett viergleisigen Ausbaus zwischen Mailand und Venedig, nämlich die Stadtquerung von Vicenza und die Strecke von Vicenza nach Padua, ist bereits in Planung. Dieses Projekt umfasst den Bau der neuen Hochgeschwindigkeits-/Hochkapazitätsstrecke Brescia - Verona - Padua, die Teile der Achse HS/HC Mailand – Venedig ist. Diese Strecke ist sowohl national als auch in Europa von strategischer Bedeutung, da sie zum Mittelmeerkorridor des TEN-T-Netzes gehört, der die Häfen der südlichen Iberischen Halbinsel mit Osteuropa verbindet und durch Südfrankreich, Norditalien und Slowenien führt.
Durch den Bau der Strecke wird es möglichen sein, das Angebot an Hochgeschwindigkeits-, Regional- und Güterverkehr entlang der horizontalen Strecke Mailand–Venedig zu erhöhen, wodurch eine bessere Trennung der Verkehrsströme gewährleistet wird, was zu einer Steigerung der Kapazität und Regelmäßigkeit des Verkehrs, einer Verkürzung der Fahrzeiten und einer Erhöhung der Zugfrequenz führt und die vom TEN-T-Netz festgelegten Standards erfüllt.
Der Ausbaustandart beträgt 250 km/h an Höchstgeschwindigkeit bei einer Streckenlänge 152 Gesamtkilometer und ca. 11,621 Mrd. € Baukosten.
Der von uns besuchte Streckenabschnitt zwischen Verona und Padua mit einer Gesamtlänge von 76,5 km (durch das Gebiet der Provinzen Verona, Vicenza und Padova) ist in 3 funktionale Abschnitte unterteilt. Die neue Strecke wird eine schnellere Verbindung zwischen Verona und Padova – über Vicenza – ermöglichen.
Das Projekt wird vom Konsortium IRICAV DUE umgesetzt, das zu etwa 83 % aus der Webuild-Gruppe und zu 17 % aus Hitachi Rail STS besteht. Die Webuild-Gruppe übernimmt die Planung, die Umweltüberwachung sowie die Ausführung aller Bauarbeiten und die Ausstattung mit den fortschrittlichsten Technologien im Bereich, während Hitachi Rail das digitale Signalsystem ERTMS realisieren wird, das fortschrittlichste digitale Eisenbahnsignalsystem Europas, das den Verkehr einer größeren Anzahl von Zügen auf den Strecken ermöglicht und die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit verbessert.
Das erste funktionale Los „Verona-Bivio Vicenza“ sieht die Herstellung einer Strecke von 44,2 km vor, die 13 Gemeinden durchquert,
Das zweite funktionale Los „Durchquerung von Vicenza“, in Kontinuität mit dem ersten Los und im Bau, betrifft den Abschnitt der Strecke, der das Stadtgebiet von Vicenza durchquert. Auf 6,2 km Länge, von der Stadt Altavilla Vicentina zum Bahnhof Vicenza, sieht es auch die Erneuerung von 4,8 km der historischen Strecke vor. Das Projekt dieses Loses sieht den Bau von zwei Bahnhöfen („Vicenza Fiera“ und „Vicenza Viale Roma“) sowie 5,4 km Dämme, 12 Unterführungen und 11 Technologiebauten vor.
Das dritte funktionale Los, das sich in der Planungsphase befindet, bezieht sich auf die Strecke Vicenza-Padua und wird eine Strecke von mehr als 26 km abdecken.
Im Bereich der Stadt Brescia fehlt noch ein Abschnitt von 10 km, eine Linienführung mit großem Eingriff in die Bebauung. Für diesen kurze Abschnitt wird mit einem Realisierungszeitraum von 10 Jahren gerechnet. Erst nach Fertigstellung dieses Abschnittes wird Gesamtstrecke von Mailand nach Venedig vollumfänglich für den Schienenverkehr zur Verfügung stehen.
Der Abschnitt des Hochgeschwindigkeitsprojekt Verona-Padua stellt eine Verbindung von großer Bedeutung im Nordosten des Landes dar.
Nach der umfassenden Einführung wurden wir mit einem Firmen-Minibus zu verschiedenen Bauabschnitten östlich von Verona gefahren. Als erstes besuchten wir eine Tunnelbaustelle die bereits mit dem Oberbau versehen war und hier die weiteren technischen Ausbaumaßnamen begannen. Dieser künstlichen Tunnel von etwa 2 km Gesamtlänge, über 10 m Breite und 7 m innerer Höhe wurde mit dem sogenannten „Top-Down“-Verfahren hergestellt. Bei dem der unterirdische Tunnel erst nach der Errichtung von Stahlbetonwänden (hier mit einer Dicke von einem Meter) und der Abdeckplatte aus Beton versehen wird, eine Struktur, die es ermöglicht den Bodenaushub erst danach durchzuführen, ohne die Aktivitäten an der Oberfläche zu behindern.
Danach erfolgte die Besichtigung eine Bogenbrücke mit der Erläuterung der Einbauphase.
Bogenbrücken über den Alpone Fluss
Später besuchten wir eine längere Streckenbaustelle in aufgeständerter Bauweise
Nach der Rückkehr in die Bauzentrale waren wir in der Mensa zu Gast und konnten das gesehene bei einem 3 Gang Menü ausgiebig diskutieren.
Im Anschluss wurden uns von den jeweiligen Fachingenieuren die einzelnen Ausbautechniken der Ausrüstungstechnik und den gewählten konstruktiven Bauwerken im Detail erläutert.
Auf der Strecke wird das digitale Signalsystem ERTMS bauen, das fortschrittlichste digitale Signalsystem Europas. Es ermöglicht mehr Züge, auf den Strecken zu fahren, was die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit des Verkehrs deutlich verbessern soll.
Mit einem Danke und große, Applaus an die Verantwortlichen vor Ort verabschiedeten wir uns.

