2019 feierte der Bundesvorstand des VDEI sein 70-jähriges Bestehen und 2020 begehen wir im Bezirk MV/Nordbrandenburg unser 30-jähriges Jubiläum.

Im Direktionsbezirk Greifswald wurde 1990 der erste VDEI-Bezirk der neuen Bundesländer gegründet.

Doch der Reihe nach. Aufgrund der Corona Beschränkungen fanden viele unserer Bezirks- Vorstandssitzungen per Videokonferenz statt. Nach einer der letzten Besprechungen prüfte ich unsere Mitgliederliste auf Neuzugänge. Da stellte ich fest, dass unsere ersten Mitglieder im Jahr 1990 aufgenommen wurden. Günter Engel (1.Vorsitzender des VDEI Bezirkes Greifswald) bestätigte meine Vermutung – „wir sind 30“. Warum fällt mir das erst jetzt auf? Warum liegt mir keine Chronik vor? Meine ersten Gedanken dazu: Wie können wir dieses Jubiläum entsprechend würdigen? Das ist auf jeden Fall einen Artikel im EI wert! Doch woher bekomme ich die Informationen zu unserer VDEI Geschichte? Hier möchte ich ausdrücklich Günter Engel und Dr. Bernd Neumann danken. Ohne sie wäre dieser Artikel nicht denkbar. Wir müssen unsere Geschichte bewahren!

Mehr als 30 Eisenbahn-Ingenieure beschlossen am 23.03.1990 die Gründung des Bezirksverbandes Greifswald. Gewählt wurden: Günter Engel als Bezirks-Vorsitzender, Lothar Mauritz als Stellvertreter, Leberecht Axel als Kassenwart und Bodo Kautz als Schriftführer.

EI-N 2/91, S. 29

Beim Amtsgericht Neustrelitz wurde der Bezirksverband unter der laufenden Nummer 6 in das Vereinsregister als „Verband Deutscher Eisenbahningenieure - Bezirksverband für den Reichsbahndirektionsbezirk Greifswald“ eingetragen. Laut Statut war oberstes Ziel die frühestmögliche Eingliederung in den bundesdeutschen VDEI. In kurzer Zeit stieg die Zahl der Mitglieder auf über 100 an. Als „fördernde Mitglieder“ konnten die Ingenieurbüros Otte und Thiele gewonnen werden. Beide Büros sind uns bis heute als wertvolle Förderer erhalten geblieben.

Schon damals war die Unterstützung durch den Patenbezirk Hamburg hervorragend. Bereits 1990 fanden gemeinsame Weiterbildungsveranstaltungen statt. Sehr wichtig waren auch gegenseitige Informationsbesuche, Anlagen- und Baustellenbesichtigungen. Hier ist mir aktuell wichtig, die übergreifende Zusammenarbeit zwischen den Bezirken Hamburg und MV wieder zu intensivieren.

Unter Beisein der Vorstände von Hamburg und Greifswald, wurde am 27.09.1990 der VDEI-Bezirk Schwerin gegründet. Zum Bezirksvorsitzenden wurde Rudi Schipke gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder waren: Rüdiger Nitsch, Klaus Fiedelmeier, Karsten Düntsch, Detlef Schönfeldt und Michael Hensel. Die Mitgliederzahl stieg schnell auf 147. Davon können wir heute nur träumen.

EI-N 2/91, S. 29

Am 01.01.1995 schloss sich der Bezirk Greifswald dem Bezirk Schwerin an. Aus Gründen der Außenwirkung in Wirtschaft und Politik, erfolgte auf dem Bezirkstag am 27.06.1998 die Umbenennung in Bezirk Mecklenburg-Vorpommern/Nordbrandenburg. Unser verstorbener Bezirksvorsitzender Rudi Schipke schrieb schon damals: „Allgemein sehe ich eine Chance für den Verband darin, in dem er sich als integrierendes Element für die Ingenieure im System Bahn und der Bahnindustrie sieht und seine Organisation entsprechend ausrichtet und sich als technisch-wissenschaftlicher Verband konstituiert.“

Was lehrt mich die Geschichte unseres Bezirksverbandes? Wir müssen auch die Vergangenheit kennen, um die Gegenwart zu verbessern. Zusammenarbeit über die Grenzen der Bezirke hinaus, ist und muss uns wichtig sein. Motivation unserer Mitglieder sowie Stärkung unseres Verbandes.

Torsten Habicht
Vorsitzender VDEI Bezirk M-V/Nordbrandenburg